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Presse 52

Freude bei Knaller-Opfer Tim: Einseitige Taubheit geht zurück

„Mama, ich kann die Glocke mit meinem rechten Ohr hören.“ Als der zehnjährige Tim seine Eltern mit dieser Nachricht überrascht, trauen sie ihren eigenen Ohren kaum. Sollte es plötzlich doch noch Hoffnung geben, dass ihr Sohn seine Hörfähigkeit zurück erhält? Tim hatte im März nach einer Knallerexplosion im Magdeburger Stadion einen Hörsturz erlitten und konnte seitdem auf dem rechten Ohr nichts mehr hören.
Prester. Das laute Gebimmel einer Glocke am schmucken Einfamilienhaus der Familie Iffarth in Prester sorgte für neue Hoffnung auf ein gutes Ende einer bösen Geschichte. Als die Glocke Mitte Juni einfach so mal kräftig geläutet wurde, stand Sohn Tim zufällig in nächster Nähe. Als die Glocke schlug, meldete sich Tim: „Ich glaube, ich habe den Glockenschlag auch mit meinem rechten Ohr hören können.“
Hoffnung auf
vollständige Genesung
Was für andere Kinder normal ist, wird für den Zehnjährigen plötzlich zur großen Hoffnung, denn Tims rechtes Ohr ist eigentlich taub. Dem zehnjährigen FCM-Fan war der Besuch des Fußballspiels 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden am 24. März zum Verhängnis geworden. Als Tim mit seinem Vater kurz nach dem Schlusspfiff dem Stadionausgang zustrebte, explodierte direkt neben ihm ein Feuerwerkskörper, geworfen von einem Unbekannten. Tim erlitt einen Hörsturz. Was noch viel schlimmer war: Das rechte Ohr wurde nicht nur kurzzeitig taub, sondern verlor auf Dauer seine Hörfähigkeit. „Als mein Sohn nach einer umfangreichen Untersuchung aus dem Uniklinikum entlassen wurde, gab man uns keinerlei Hoffnung mit auf den Weg. Man könne nichts mehr machen, wurde uns gesagt“, erinnert sich Vater Thomas Iffarth (36).
Offenbar ein Irrtum. Seit 14 Tagen ist mit einem Teil der Hörfähigkeit auch die Hoffnung auf weitere Gesundung zurückgekehrt. „Als Tim uns das mit der Türglocke erzählte, sind wir natürlich zum Arzt gefahren. Und der bestätigte auch medizinisch: Tim kann auf dem rechten Ohr wieder hören, zwar nur ab einer Lautstärke ab 60 Dezibel aufwärts, aber immerhin“, freut sich Mutti Jacqueline.
Damit kann Tim zwar nur sehr laute Geräusche (etwa Flugzeugstart usw.) selbst hören, jedoch eröffnet ihm die plötzliche Besserung den Weg zurück in die normale Hörwelt. Mit dieser Mindesthörfähigkeit ist jetzt auch der Einsatz eines Hörgerätes möglich. „Damit sind wir einen großen Schritt weiter für Tim“, sagt Mutti Jacqueline.
Über die Ursachen für die Besserung des Hörvermögens gibt es nun unterschiedliche Deutungen. Die Eltern halten sich bewusst bedeckt und sagen nur so viel: „Nachdem Tim aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hat man uns deutlich gesagt: Das Hörvermögen wird nicht zurückkehren, und weitere Untersuchungen sind daher sinnlos. Jetzt plötzlich werden wir wieder zu Nachuntersuchungen eingeladen“, sagt Vater Thomas Iffarth. Die Eltern bringen die Besserung aber eher mit ihren Besuchen bei der Heilpraktikerin Sabine Maria Becker in Verbindung. „Seitdem Tim dort war und eine spezielle Therapie eingesetzt wird, geht es ihm deutlich besser – bis hin zur Rückkehr einer Resthörfähigkeit.“
Letztendlich ist es den Eltern jedoch egal, auf welchen Ursachen die Besserung beruht und wer sich dafür die Verantwortung zuschreiben darf. „Uns ist vor allem wichtig, dass für Tims rechtes Ohr wieder Hoffnung besteht“, sagt Mutti Jacqueline.
Dank an alle
Helfer und Spender
Die guten Nachrichten werden auch viele Helfer aus Magdeburg und Umgebung freuen. Nachdem die Volksstimme Tims Schicksal öffentlich gemacht hatte, brach eine Welle der Hilfsbereitschaft über die Familie herein. Fans, Fanklubs, Freunde, Fremde, der 1. FC Magdeburg, sogar das Team von St. Pauli und viele mehr unterstützten die Iffarths mit Spenden, die die vierköpfige Familie dringend benötigt. Nachdem die Schulmedizin keine Chancen auf Heilung sah, wandte sich die Familie u. a. an eine Heilpraktikerin. Doch die Kosten dafür werden von den Krankenkassen nicht gezahlt.
Mehr als 1000 Euro kamen inzwischen schon zusammen, das Geld für ein künftiges Hörgerät noch nicht mal eingerechnet. „Wir sind deshalb sehr froh, dass wir die entstandenen Behandlungskosten aus den Spendengeldern finanzieren konnten. Wir danken deshalb allen, die uns geholfen haben. Schließlich hat auch jeder Spender einen Anteil daran, dass unser Tim wieder besser hören kann.“

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